nikola lutz
LUFTSTROM VI

aspects of spontaneous music

mit Rogério Costa [ BR ] - Saxofon, Elektronik
Mark L. Kysela - Saxofon, Elektronik
Nikola Lutz - Saxofon, Elektronik

In aspects of spontaneous music begegnen die beiden in Stuttgart ansässigen Saxofon-Elektronik-Improvisatoren Nikola Lutz und Mark L. Kysela dem ebenfalls mit diesem Instrumentarium tätigen, jedoch in São Paulo beheimateten Rogério Costa. Welchen Einflüssen ist Saxofonkultur in Brasilien ausgesetzt, welchen in Europa? Wie werden diese Einflüsse in Improvisationen für ein Instrument, das hier wie dort mit elektronischen Konzepten erweitert wurde, hörbar? Lutz, Costa und Kysela gehen diesen Fragen nach, indem sie sich in unterschiedlichen Konstellationen einander und ihren jeweiligen Konzeptionen und Denkstrukturen aussetzen.

Das Trio nähert sich der spontanen Erzeugung von Musik aus unterschiedlichen Richtungen: bei der Interpretation der zeichenhaften aber nicht eindeutig kodierten grafischen Partituren von Nikola Lutz geht es um eine Fokussierung auf assoziatives Bildmaterial frei jeder vorgegebenen Form- und Zeitstruktur. Costas Videopartituren nutzen nicht nur visuelle Eindrücke sondern auch textlich-begriffliche Felder, um einen Improvisationsraum für ein offen definiertes Stück zu schaffen. Durch die Nutzung einer von Costa zur Verfügung gestellten Software durch verschiedene Spieler entsteht auch im erweiterten Instrumentarium ein Art Reinraumbedingung, die unterschiedliche Strategien sichtbarer macht. Und schließlich zeigt die Begegnung der unterschiedlichen Erweiterungskonzepte wohin unser Ohr auf unterschiedlichen Kontinenten driftet auf seiner Suche nach neuer instrumentaler Identität.

aspects of spontaneous music ist eine internationale Formen-Forschung saxotronischer Klangbilder, selbstverständlich ergebnisoffen.

mit freundlicher Unterstützung der LBBW

05.04.14
20:00 Uhr
Kunsthalle Feuerbach c/o Wolfgang Seitz
Friedrich-Scholer-Str. 13/1
70469 Stuttgart

>>Projekte
LUFTSTROM V

ein Improvisationsabend für Saxophone und Elektronik
Mark Lorenz Kysela & Nikola Lutz

dimension of noise

Wir verloren unsere Brillen, und irgendwie wurde dadurch das Lesen der Noten so erschwert, daß wir uns davon abwenden mussten. Das Merkwürdige daran war aber, daß es K. und mir gleichzeitig passierte, wenn auch nicht auf dieselbe Art. Wir konnten also von jetzt an unsere Augen nicht mehr als Führer durch die verwinkelten Dimensionen der Musik verwenden, deswegen mussten wir uns was einfallen lassen, damit nicht alles völlig außer Kontrolle geriet. Aber war es das nicht sowieso? Verwirrt warfen wir unsere Partituren in den Kabelsalat und formten daraus kleine Kugeln, aus denen elektronische Klänge wie Bäume aus der Erde wuchsen. Etwas unsicher über die Richtigkeit unserer Beobachtung schlichen wir um die schnell wachsenden Stämme und eh wir uns versahen fanden wir aus dem Wald nicht mehr heraus. Lauschend näherten wir uns der bizarren Vegetation und stellten zu unserer Überraschung fest, daß in den Zweigen kleine Saxofone hingen, hier und da sogar eine Klarinette, aber dabei schien es sich um zufällige Mutationen zu handeln. Bei dem Versuch, die verlockenden goldenen Instrumente zu pflücken blieben unsere Hände an elektrisch geladenen Dornen hängen, so daß wir uns nicht mehr von der klingenden Verästelung lösen konnten. Um uns herum schwoll das Getön an und wurde immer mächtiger, so daß wir schließlich selbst anfingen zu schwingen. Unsere Körper begannen erst zart und im allgemeinen Getöse kaum wahrnehmbar, dann aber lauter und nachdrücklicher Geräuschhaftes zu emittieren, und eh wir uns versahen hatten wir uns in Schwingungen umgewandelt und waren soweit feststellbar vollständig zu verwickelten Elementarteilchen der klingenden Dimension geworden. Unsere Brillen vermachten wir der Nachwelt.

06.07.13
20:00 Uhr
Gedok Stuttgart
Hölderlinstr. 17
70174 Stuttgart


>>Projekte
LUFTSTROM I

neue und neueste saxofonmusik mit und ohne elektronik

Nikola Lutz - Sopran-, Alt-, Tenor-, Basssaxofon
Javier Garavaglia - Live Elektronik

in ihrem neuen soloprogramm luftstrom widmet sich nikola lutz der saxofonmusik der letzten 2 jahrzehnte. werke für saxofon solo werden kompositionen, die das saxofon im spiegel seiner eigenen elektronisch veränderten klänge zeigen, gegenübergestellt.

kompositionskonzepte wie die verfielfältigung des soloinstrumentes durch elektronische multiplikation in choor II von bernfried pröve treffen auf lineare strukturen an der grenze des hörbaren wie in alter ego von georges aperghis. luft pur gibt es in robin hoffmanns birkhahn-studie, die ausschließlich aus luftgeräuschen besteht und fast ganz auf ein instrument verzichtet, während in hoquetus von javier garavaglia wieder mehr strom fliesst, der durch mehrkanalige live-elektronik das saxofon durch den raum strömen lässt. die komponistin marina khorkova schrieb für nikola lutz ein solostück für basssaxofon, das in diesem konzert uraufgeführt wird.

PROGRAMM


Georges Aperghis     Alter Ego

Javier Garavaglia     Hoquetus

Robin Hoffmann     Birkhahn-Studie

Francois Rossé     Prélude a Kanente

Marina Korkhova     Solo

Bernfried Pröve     Choor II

08.07.09
20:00 Uhr
Gedok Stuttgart
Hölderlinstr. 17
70174 Stuttgart


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